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Im Focus – Artur Voth im Interview

Unter dem Titel „Im Focus“ werden wir in Zukunft in unregelmäßigen Abständen Interviews mit unseren Real Weddings Kollegen veröffentlichen. Das erste Gespräch führten Ingo und Artur. Wenn Ihr Anregungen für Themen und Fragen habt, schreibt das bitte einfach als Kommentar unter den Artikel. Viel Spaß mit dem Interview.

Artur Voth Interview

Wo möchtest du im Moment am liebsten sein?
Irgendwo hoch in den Bergen in einer einsamen Hütte mit der Familie. Ohne Strom und
ohne Internet. Aber unbedingt mit einem Grill mit Deckel. (lacht).

Was würdest du tun, wenn du kein Hochzeitsfotograf wärst?
Im Moment kann ich mir nichts Anderes vorstellen. Ich genieße das Fotografieren und
den Kontakt mit Menschen. Eigentlich habe ich einen anderen Beruf erlernt und wäre
wahrscheinlich immer noch dort, wenn ich nicht Hochzeitsfotograf geworden wäre.
Neben der Hochzeitsfotografie ist Grillen meine Leidenschaft. Wahrscheinlich wäre ich
Grillmeister, wenn ich kein Hochzeitsfotograf wäre. (lacht).

Was ist dir peinlich?
Das mich jemand mit einer Sony auf einer Hochzeit erwischt. Deshalb habe ich das
Label abgeklebt (zwinkert).

Was möchtest du in deinem Leben noch erlernen?
Ich koche unheimlich gerne und würde das gerne weiter perfektionieren. Kochen und
Fotografie haben viel gemeinsam. Bei beidem probiert man Neues aus, macht Versuche
und das Ergebnis ist manchmal nicht vorhersehbar. Beim Fotografieren weiß ich genau
was ich mache und möchte das auch beim Kochen erreichen.

Was gefällt dir an dir, bzw. was würdest du gerne ändern?
Viele sagen, dass ich Ruhe ausstrahle und Ruhe in die Dinge bringen kann. Das ist –
glaube ich – für einen Hochzeitsfotografen wichtig.
Ändern? Wenn ich Hunger habe, bin ich manchmal zickig. Ich muss immer satt sein. Das
würde ich gerne ändern.

Artur Voth Interview

Welches Buch (oder mehrere) würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?
Ich bin kein Bücherwurm und wahrscheinlich würde ich ein paar gute Bildbände mit auf
die Insel nehmen.

Auf welche eigene Leistung bist du besonders stolz?
Das ich einen festen Halt in der Familie habe und stolzer Papa von zwei Jungs bin.

Mit wem würdest du gerne einen Tag lang tauschen?
Da fällt mir niemand ein. Ich würde gerne 100 Jahre zurück in die Zeit reisen und
Menschen beobachten, wie sie gelebt haben. Ich mag Fotos sehr, die vor so langer Zeit
entstanden sind.

Wie lange bist du schon Hochzeitsfotograf?
Meine erste Hochzeit habe ich im August 2006 fotografiert. Damals noch nicht als Profi
sondern im Freundeskreis.

Was reizt dich besonders an der Hochzeitsfotografie?
Ich mag es Menschen zu beobachten und ich mag die Jagd nach dem Moment. Man
sucht ständig Motive und ist die ganze Zeit sehr konzentriert. Das ist nicht ohne und sehr
anstrengend. Mein Hobby ist Straßenfotografie, was wegen der rechtlichen
Rahmenbedingungen viel schwieriger ist. Bei Hochzeitsreportagen werde ich für diese
Art von Fotos beauftragt, was mir dann sehr viel Spaß macht.

Wie siehst du die Entwicklung in der „Hochzeitsindustrie“. Siehst du besondere
Trends?

Es hat sich seit meiner ersten Hochzeitsreportage in 2006 eine Menge getan. Es
kommen viele Trends aus Amerika und es wird ‚professioneller“ und aufwändiger
gefeiert. Brautpaare achten mehr auf Details, Deko u.s.w.
Es sind heute mehr ländlich geprägte Scheunenhochzeiten gefragt als früher. Eine
Photobooth sehe ich mittlerweile auf jeder Hochzeit, in letzter Zeit öfter auch mit
improvisierten „kleinen“ Instagram Lösungen.

Wie wird Hochzeitsfotografie in deinen Augen von außen wahrgenommen
und wie ist deine Antwort darauf?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass junge Brautpaare bis ungefähr 30 Jahre oft auf
Portraits fixiert sind. Paare über 30 Jahre ist die Reportage, das Einfangen der Momente
und die Gäste wichtiger. Das liegt vielleicht daran, dass sich mit zunehmender
Lebenserfahrung die Prioritäten ändern.

Hat sich deine Einstellung zu Hochzeiten durch deinen Beruf geändert?
Ich selbst habe mit 27 Jahren in ganz kleinem Kreis geheiratet. Ich wollte meine
Hochzeit mit Leuten feiern, mit denen ich im ständigen Kontakt bin. Das würde ich auch
heute noch so machen.
Ich würde meine Hochzeit nicht mit einem engen Zeitplan durchtakten sondern
entspannt feiern. Früher gab es eine Liste mit Aktivitäten oder Traditionen, die unbedingt
auf einer Hochzeit gemacht werden mussten. Und oft mussten auch bestimmte Gäste –
zum Beispiel Verwandte – eingeladen werden, obwohl man sie kaum kannte.
Ich finde, dass man auf seiner Hochzeit zusammen sein sollte, gemeinsam redet und
Spaß hat. Man macht die Hochzeit für sich und die Gäste, damit sich alle wohl fühlen.

Was war DER Moment in deiner bisherigen Karriere als Hochzeitsfotograf?
Es gab schon viele tolle Momente bei meinen Hochzeiten. Ein besonderer Moment war,
als ich eine Braut beim Getting Ready eine halbe Stunde lang trösten musste, weil ihr
Gesicht wegen einer Erkrankung geschwollen war. Sie war fix und fertig und musste viel
weinen. Das war eine Erfahrung die mir gezeigt hat, dass man nicht „nur“ der
Hochzeitsfotograf ist, sondern die Feier auch als enger Freund begleitet.

Deine Lieblingslocation(s)
Ich habe keine wirkliche Lieblingslocation sondern mag die Abwechslung. Meine
Lieblingslocation ist die, an der ich noch nicht war.

Was ist dein persönliches Highlight bei einer Hochzeit?
Ich mag den Auszug nach der Trauung ganz besonders. Dann entstehen total viele
emotionale Momente in einem kurzen Zeitraum.

Was ist für dich die größte Herausforderung auf Hochzeiten?
Die wichtigste Herausforderung ist ein Gesamtpaket an Hochzeitsfotos zu liefern, dass
den Erwartungen der Brautpaare und meinem eigenen Anspruch entspricht. Deshalb
muss ich den ganzen Tag hochkonzentiert daran arbeiten.

Erinnerst du dich an eine besonders kuriose oder besondere Hochzeit oder Moment
auf einer Hochzeit?

Ich hatte mal Probleme mit einer früheren Kamera. Wenn ich zu lange durch den Sucher
geschaut habe, fing mein Auge an zu tränen. Bei einer freien Trauung erzählte die
Traurednerin eine Geschichte, bei der Alle weinen mussten. Ich war wie immer
konzentriert beim Fotografieren und hatte gar nicht richtig zugehört. Mein Auge tränte
aber wegen des Suchers und ich musste mir die Tränen wegwischen, was die Braut
mitbekommen hat.
Die Braut sagte mir abends, dass sie überrascht war, dass ich mitgeheult habe.

Welchen Tipp würdest Du Nachwuchsfotografen geben?
Nachwuchsfotografen sollten von erfahrenen Hochzeitsfotografen lernen und schauen,
ob sie als Assistent mitarbeiten können.

Wo findet man den richtigen Fotografen? Worauf sollte man bei der Auswahl des
Fotografen unbedingt achten?

Wo man ihn findet ist klar J. www.real-weddings.de
Worauf sollte man achten? Da alle Fotografen bei Real Weddings Erfahrung haben und
gut sind, sollte man den Menschen vorher kennen lernen und auch nach Sympathie und
Bauchgefühl entscheiden. Der Fotograf ist schließlich bei einem wichtigen Tag hautnah
dabei.

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